Krankengymnastik

Krankengymnastik – Physiotherapie 

Im Zentrum steht das an die Fähigkeiten des Patienten angepasste Vermitteln eines körpergerechten Bewegungsverhaltens. Sie orientiert sich bei der Behandlung am Befund des Patienten. Sie fordert vom Patienten Eigenaktivität (koordinierte Muskelaktivität, bewusste Wahrnehmung). Die Behandlung ist angepasst an die anatomischen und physiologischen Gegebenheiten und Berücksichtigt die Bereitschaft und die Fähigkeiten des Patienten. Dabei zielt die Behandlung einerseits auf natürlichen Reaktionen des Organismus (z. B. Muskelaufbau, Stoffwechselanregung), andererseits auf ein verbessertes Verständnis der Funktionsweise des Organismus (Dysfunktionen/Ressourcen) und eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper. Das Ziel ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit.

 

Geschichte:

Viele Verfahren der Physiotherapie haben ihren Ursprung weit zurückliegend in der Vergangenheit. Archäologische Funde zeigen, dass Thermal- und Mineralquellen schon bereits in frühgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Verschiedene Formen der Massage und Bäder kannte man bereits vor ca. 4000 Jahren in China. Erst Hippokrates vertrat verschiedene medizinische Auffassungen, die sich heutzutage in der Physiotherapie wiederfinden. Er verstand den lebendigen Leib als Organismus, Gesundheit als Gleichgewicht und Krankheit als gestörten physischen und psychischen Gesamtzustand. Seine Überzeugung: die Natur besitzt eine Heilkraft.

 

Man unterscheidet:

  • Passive Techniken:

Der Therapeut führt die Techniken am Patient aus. Passives Bewegen und Dehnen.

  • Aktive Techniken:

Der Patient führt die Übungen selbst und/oder mit Hilfe des Therapeuten aus. Aktive Bewegung und aktive Dehnung – verschiedene krankengymnastische Übungen mit und ohne Geräten.

 

Je nach Befund werden unterschiedliche Ziele festgelegt, aus denen sich dann die genaue individuelle Behandlung ergibt:

  • Schmerzlinderung
  • Bewegungsverbesserung
  • Muskelkräftigung
  • Haltungsschulung                                                    Basistechniken
  • Gangschulung
  • Atemtherapie
  • Leistungssteigerung

 

Um bei speziellen Problemen noch gezielter und effizienter auf die Problematik des Patienten eingehen zu können, stehen dem Therapeuten weiterführende spezialisierte Techniken zur Verfügung, wie z.B. Manuelle Therapie, Lymphdrainage, Vojta, Bobath. Diese Therapieformen müssen vom Arzt gesondert auf einem Rezept verordnet werden.

Die Krankengymnastik findet hervorragende Ergänzung z.B. durch Wärme- und Kälteanwendungen (z.B. Heiße Rolle, Heißluft, Eis), Ultraschall und Elektrotherapie. Auch diese Zusatzanwendungen müssen vom Arzt gesondert auf einem Rezept verordnet werden.

 

Indikationen:

Die Krankengymnastik nimmt heute einen großen Stellenwert in der Behandlung von vielen Erkrankungen und Problemen der Menschen ein.
 

  • vor bzw. nach Operationen
  • Sportverletzungen, allgemeine Verletzungen des Bewegungsapparates
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates, z.B. Arthrose
  • Haltungsschäden, z.B. Skoliose
  • Neurologische Erkrankungen
  • Inkontinenz
  • Erkrankungen der Atemorgane