Krankengymnastik bei Mukoviszidose (CF) im Erwachsenenalter

Mukoviszidose (=zystische Fibrose, cystic fibrosis, CF) ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung. Sie gehört zu den seltenen Erkrankungen. In Deutschland leben bis zu 8.000 Patienten mit Mukoviszidose.

Diese Therapie richtet sich an Betroffene mit CF bzw. Menschen mit einer charakteristisch ähnlichen Atemwegserkrankung wie die CF.

Zur Verbesserung der Alltagsbelastbarkeit und zur Steigerung der Lebensqualität profitiert ein betroffener Patient mit einer Atemwegserkrankung von zielgerichteter Physiotherapie. In der Mukoviszidosebehandlung wird das Augenmerk sowohl auf die Atmung als auch auf die körperliche Aktivität und auf die Entspannung gelegt. Besonders als Mukoviszidose- Betroffener muss man sich seit seiner Kindheit mit Physiotherapie befassen.

Der Physiotherapeut als persönlicher Coach
Für die Erkrankung Mukoviszidose gilt, dass das, was einmal versäumt wurde, kaum wieder aufzuholen ist. Es gilt also, sich gezielt zu bewegen, gezielt zu atmen und sich gezielt zu entspannen. Die Therapie hilft dabei kompetent die Lungenfunktion zu stabilisieren, den Brustkorb beweglich zu halten und Muskelkraft und Ausdauer zu verbessern.
Die professionell angeleitete Physiotherapie orientiert sich am Gesundheitszustand des Patienten. Sie findet entweder regelmäßig oder in Behandlungsblöcken statt. Es wirtd ein Therapieplan für die Behandlung in der Praxis und zu Hause erstellt. Zu Hause sollen Alltagsbewegungen, wie z. B. Treppensteigen oder den Hund spazieren führen mit dem Therapeuten besprochen werden. Man erlernt, welche Bewegungschancen im Alltag für atemphysiotherapeutische Zwecke genutzt werden können.
Entspannungsmomente sollten im Alltag nicht zu kurz kommen. Sie bilden die Grundlage für eine gezielte und effektive Sekretentfernung (Autogene Drainage).

Was bedeutet „Autogene Drainage“?
Die autogene Drainage sollte ein Patient mit Sekretproblemen erlernen.
Diese autonome Atemtechnik kann z. B. ohne Aufwand während einer Autofahrt durchgeführt werden, ohne dass andere Personen etwas davon mitbekommen. Sie bedarf eines guten Körpergefühls. Es geht bei der autogenen Drainage um die Vertiefung der Einatmung und um ein verlängertes Ausatmen mit dem Ziel störendes Sekret abzutransportieren. Es sollte ein frühzeitiges Husten, das ineffektiv ist, unterdrückt werden. Für die Durchführung der Feuchtinhalation bildet die autogene Drainage eine ideale Grundlage. Körperliche Aktivität runden das Tagesprogramm ab.

Das Einbeziehen des persönlichen Umfeldes:
Zur Optimierung und zum gezielten Einsatz der Physiotherapie bei Mukoviszidose oder anderen Atemwegserkrankungen gehört auch das Einbeziehen des persönlichen Umfeldes. Familienangehörige werden angeleitet und über die Einschränkungen durch die Grunderkrankung aufgeklärt.